Verfasst von: marrlee | August 13, 2008

Muskelrelaxans

Da habe ich so ein Mittel verschrieben bekommen. Der Arzt macht mir die größten „Ängste“, „Achtung, stark abhängig machend, stark schläfrig wirkend.“ Ich sollte die Tabletten nur abends nehmen, da sie doch nicht so leicht seien. Naja, der Beipackzettel war dann auch entsprechend gefasst.

Wird man genug verschreckt, (Beipackzettel: Es kann sein, dass man sich an vergangene Stunden nicht mehr erinnert), dann schließt man die Haustür von innen ab und legt den Schlüssel an einen sonst nicht genutzten Ort. Will man doch nicht so eine dieser Kurznachrichten über Schlafwandler sein, die auf der Strasse aufgesammelt werden. Obwohl mir grad einfällt, wäre ich vollkommen paranoid gewesen, hätte ich mir vielleicht auch was besseres angezogen…

Und dann nimmt man die Tabletten zwei Nächte hintereinander und wacht morgens auf und hat NIX, aber auch gar NIX gemerkt. Keine fluffigen Träume, keine entspannten Muskeln. SEHR enttäuschend. Sollten die Tabletten doch wie Valium wirken.

Der Valiumhinweis veranlasste mich übrigens, den Arzt zu fragen, ob ich dann auch eine Windel bräuchte. Machte den Arzt stutzig, aber ich habe live mal eine Magen-Darm-Geschichte miterlebt, wo es irgendwann so schlimm war, dass der Hausarzt auf Hausbesuch kam und dem Patienten Valium zur Entspannung gab.

Der Arzt ging wieder, der Patient schlief. Bis irgendwann ein schwaches Rufen zu hören war. Man eilte hin, der Patient stand in der Zimmertür. Gut unter Valium. Leider musste der Patient nicht nur dringend, wie bei Magen-Darm ja gerne, auf Toilette, nein, das Valium hatte auch volle Wirkung gezeigt. Jegliche Schließmuskelfunktion hatte versagt. Der Patient schaffte es noch mit Hilfe auf die Toilette, sackte dort aber zusammen. Und hinter ihm war im wahrsten Sinne des Wortes vom Bett bis zur Toilette eine Scheißspur. Durchfall ist nicht schön. Aber so kommt man unverhofft an einen neuen Teppich.

Der wieder konsultierte Arzt brachte daraufhin die Windel mit. Ein erwachsener Mann mit Windel. Und im Haus drei Jungs, von denen einer vor Panik aus dem Haus lief, um die Eltern zu suchen, der andere passend reagiert und der Dritte erst nach mehrmaliger Aufforderung den Patienten, als er dann auf dem Klo sass, angewidert am Kopf und Schultern hielt, damit der Patient nicht wegrutschte (Valium wieder!), während er sich selbst wegdrehte. So lernt man auch, ob man in brenzligen Situationen einen klaren Kopf behalten kann.

Und so hat man dann auch wieder eine schöne Schwankgeschichte mehr, die man bei passender oder unpassender Situation erzählen kann. :-)

Wie sage mer immer: Wenn alles glatt laufen würde, würde man es gleich wieder vergessen. Nur was schief läuft, kann man noch im Alter erzählen. Je mehr schief läuft, desto mehr nervt man die Betreuer im Alter nicht, weil man mehr als nur 1-5 Geschichten auf Lager hat (so die Theorie).


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